COVID-19 und MS

Bewegungseinschränkungen

Bei Patienten mit Multipler Sklerose (MS) wird Mobilitätsverlust als Bewegungseinschränkung definiert, die durch das Zusammenspiel verschiedener Faktoren wie mangelnde motorische Koordination, Muskelschwäche, Spastik, Gleichgewichtsprobleme und Fatigue verursacht wird. Sie beeinträchtigt die Aktivitäten des täglichen Lebens und damit auch die Lebensqualität.

Bewegungseinschränkung bei Multipler Sklerose

Mangelnde motorische Koordination, Muskelschwäche, Spastik, Gleichgewichtsprobleme und Fatigue sind Auswirkungen der MS, die Bewegungseinschränkungen und letztendlich einen Mobilitätsverlust zur Folge haben können. Für MS-Patienten kann es aufgrund der Einschränkung ihrer Bewegung eine Herausforderung sein, die Aufgaben ihres täglichen Lebens zu erledigen. Dies kann je nach Schwere der Beeinträchtigungen zu einem Verlust der Selbstständigkeit führen.

Symptome von Bewegungseinschränkungen

Bewegungseinschränkungen können bei MS Erkrankungen auf Grundlage folgender Beschwerden auftreten:

  • Muskelschwäche: Muskelschwäche ist eine häufige Ursache, die zu Problemen beim Gehen und bei anderen Aktivitäten führt. Muskelschwäche kann zum Nachziehen des Fußes beim Gehen, unkontrolliertes Fallenlassen des Fußes, Wackeln, Humpeln (weil der Patient sich auf dem stärkeren Bein abstützt), Anheben der Hüften etc. führen. Allerdings ist eine Muskelschwäche nicht nur auf die unteren Extremitäten begrenzt. Auch bei den oberen Gliedmaßen kann Muskelschwäche auftreten.
  • Spastik: ist eine Tonuserhöhung der Muskulatur (Muskeln verhärten sich) sowie damit verbundene Muskelkrämpfe, die ebenfalls die Mobilität erschweren können. Ein leichter Grad an Spastik kann einen Verlust der Muskelkraft kompensieren und das Gehen erleichtern. Durch eine stärker ausgeprägte Spastik werden jedoch das normale Gehen sowie Aktivitäten, für die die oberen Gliedmaßen benötigt werden (wie Gegenstände zu halten oder mit ihnen zu hantieren), schwierig.
  • Gangqualität: Bis zu 70% der Patienten leiden unter einer Spastik in den Beinen. Darunter kann auch die Gangqualität leiden. Grund hierfür sind die Auswirkungen der Spastik auf die Rumpf-, Oberschenkel- und Wadenmuskulatur. Dadurch kann sich die Drehbarkeit der Hüfte verschlechtern und auch die Beugung und Streckung des Knies ist nicht mehr so einfach möglich. Das Gangbild erscheint steif und die Patienten laufen „nicht rund“.
  • Verlust des Gleichgewichts: Probleme mit dem Gleichgewicht führen dazu, dass die betreffende Person beim Gehen taumelt (Ataxie). Bei schweren Fällen von Ataxie sind Hilfsmittel notwendig, um sich bewegen zu können.
  • Fehlende Sensibilität: Manche Patienten haben ein Taubheitsgefühl (mangelnde Sensibilität) z.B. im Fuß, so dass sie den Boden nicht spüren oder nicht genau fühlen, wo sich ihre Füße beim Gehen befinden. Hinzukommen kann eine mangelnde Sensibilität in den Händen, wodurch es schwerfällt, diese zu bewegen. Dieses Phänomen wird als „sensorische Ataxie“ bezeichnet.
  • Fatigue: Mobilitätseinschränkungen können deutlicher zum Tragen kommen, wenn der Patient müde bzw. erschöpft ist. Die sogenannte Fatigue ist eine der häufigsten Symptome einer MS.

Ursachen von Bewegungseinschränkungen bei MS

Bewegungen sind das Resultat koordinierter und effizienter Muskelkontraktionen, an denen nicht nur die betreffenden Muskeln, sondern auch Gelenke und Nerven etc. beteiligt sind. Die Muskelkoordination ist das Ergebnis einer integrierten Funktionsweise des Nervensystems, des Skeletts, des Gehirns und des Rückenmarks. Bei einer MS sind diese Bahnen zwischen Gehirn, Rückenmark und Muskeln durch den Abbau des Myelins beschädigt. Die Übermittlung von Nervensignalen an die Muskeln, die die Mobilität ermöglichen, wird unterbrochen. Somit geht die präzise motorische Steuerung allmählich verloren und führt zu einer gleichzeitigen Kontraktion der Streck- und Beugemuskeln. Eine mangelnde Koordination, die oft mit Schmerzen und einer Schwächung des Patienten einhergeht, ist die Folge.

Etwa 91 % der MS-Patienten leiden unter Bewegungseinschränkungen. Diese treten in leichter Form in der Regel bereits zu Beginn der Krankheit auf und werden mit fortschreitender Erkrankung schlimmer.

Behandlung von Bewegungseinschränkung

1. Medikamente

Zur Behandlung von Bewegungseinschränkungen stehen unterschiedliche Medikamente zur Verfügung. Um den Muskeltonus zu beruhigen, können beispielsweise Antispastika verschrieben werden. Ansonsten richtet sich die Therapie nach den zugrunde liegenden Beschwerden.

2. Hilfsmittel zur Verbesserung der Mobilität

In frühen Stadien der Multiplen Sklerose, wenn die Bewegungseinschränkung noch gering ist, sind meist keine Hilfsmittel nötig. Der Alltag kann trotz der auftretenden Bewegungsstörungen selbstständig gemeistert werde. Bei einem Fortschreiten der Krankheit und stärkeren motorischen Einschränkungen können dann Hilfsmittel wie z.B. Gehstöcke, Krücken, Rollatoren und/oder Rollstühle zum Einsatz kommen.

  • Bei Gleichgewichtsstörungen, Schwäche, Spastik oder Fatigue kann die Benutzung von einer oder zwei Krücken dabei helfen, sicherer zu gehen. Sie verringern das Fallrisiko und machen insgesamt mehr Bewegung möglich. Dadurch können die Schwere der Spastik- und Müdigkeitssymptome tagsüber reduziert werden.
  • Bei schwerwiegenderen Bewegungseinschränkungen, Gleichgewichts- oder Schwächeproblemen ist der Einsatz eines Rollators empfehlenswert. Ein Rollator mit zwei Vorderrädern ist aufgrund der größeren Stabilität und leichteren Handhabbarkeit besser geeignet als einer mit nur einem Vorderrad.
  • Für sehr weite Entfernungen oder bei längerer Aushäusigkeit bietet es sich an, einen Rollstuhl zur Verfügung zu haben.

Quellen

  1. US National Multiple Sclerosis Society, MS symptoms: http://www.nationalmssociety.org/Symptoms-Diagnosis/MS-Symptoms
  2. Drs. M. Murie and E. Moral (2011): Espasticidad en Esclerosis Múltiple, ISBN: 978-84-15198-27-7, Luzán 5, S.A., Madrid, Spain.
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